Bin ich Christ?
Ich muss zugeben: Ich habe ein echtes Problem damit, mich als Christ zu bezeichnen. Ja, ich glaube an Gott und an viele Dinge, die dafür sprechen, mich als Christ zu bezeichnen.
Dennoch empfinde ich eine gewisse innere Ablehnung gegen dieses Wort. Das mag daher kommen, dass ich damit Dinge verbinde, mit denen ich mich absolut nicht identifizieren kann, die aber auf viele Christen zutreffen.
Zum Beispiel die "BEKEHR DICH BÖSER SÜNDER"-Masche.
Oder die "lehne dich selbst ab, verdränge deine Bedürfnisse und opfere dich für Gott"-Einstellung.
Oder einfach nur das brave Dasein, in dem Piercings vom Teufel sind und Rockmusik sowieso.
Oh man. Mit dieser Sorte Menschen möcht ich einfach nix zu tun haben, geschweige denn sie als meine "Geschwister" bezeichnen.
Ich schäme mich nicht für meinen Glauben, sondern für die Menschen, die ihn mit mir teilen. Wobei ich langsam hinterfrage, ob das echt derselbe Glaube ist. Denn ich glaube nicht an einen Gott, zu dem man hinkriechen muss und den man anflehen muss, um ihn gnädig zu stimmen.
Ich glaube an einen Gott, der die Liebe selbst ist und der sich dann freut, wenn ich mich freue. Den es traurig macht, wenn ich mich schuldig fühle und sorge und der mir gern meine Last abnimmt, damit ich Freude am Leben haben kann.

19 Comments:
Was du alles so aufgezählt hast, schreckt mich auch ab und auch ich habe deswegen auch manchmal ein Problem damit, mich "Christ" zu nennen. Ich bin zu dem Entschluß gekommen, mein Christsein anders vorzuleben. Mehr kann ich da nicht tun.
Ich werde von den Religiösen kritisiert, weil ich meine Sündenvergebung als Geschenk annehme (und eben nicht zu einem Gott hinkriechen muß um sie mir zu verdienen) und von Gesetzlichen, weil ich die Bibel anders auslege.
Ich glaube da ist es wichtig, seine eigene Identität in Gott gefunden zu haben. Dazu gehört im Kern, daß man angefangen hat, Gottes Liebe zu erfassen. Hört sich hochprozentig-geistlich an, ist aber eigentlich nur eine "Glaubenserfahrung" ? Ich weiß nich wie ich es ausdrücken soll.
sofx
Oh Ihr beiden, wie Ihr mir wieder einmal von der Seele redet! Dem habe ich nix weiteres hinzuzufügen!
Seid Euch meiner Unterstützung gewiß!
Doch eines muß ich Euch noch erzählen:
@hosnoopy:
"Ich werde von den Religiösen kritisiert...und von Gesetzlichen, weil ich die Bibel anders auslege!"
HAHA! Da bin ich schon längst ein hoffnungslos mißratener versauter rebellischer Schwerstverbrecher!
Eigentlich bin ich da gar nicht stolz darauf, doch solche Leute können einen fast dahin treiben!
Also sch..äh..pfeiffe ich auf solche Leute!
Ja ich brauche sie nicht, die stehen mir nur im Weg, nutzlos herum!(Leider!)(echtes Bedauern!)
So jetzt höre ich damit auf, sonst krieg ich noch einen dicken Hals..!!
Also lieb Leute lasst Euch nicht verunsichern, denn ich für mich weiß es gibt noch andere mit denen man viel mehr anfangen kann!
Gebt nie die Hoffung auf!
Hier muß und kann nur Jesus walten, uns mit den richtigen Menschen zusammenbringen...!
@hosnoopy:
"Ich glaube da ist es wichtig, seine eigene Identität in Gott gefunden zu haben."
Kann man gar nicht fett genug unterstreichen! Das ist genau der springende Punkt hier!!
hmm ja, na ja, nee, kann dir da nich so zustimmen. ich find auch alles scheiße, was du da beschreibst, aber das hat alles nichts mit dem zu tun, was christentum für mich ist, und was sich als christentum ergibt, wenn man die bibel + historischen hintergrund als ganzes zur kenntnis nimmt.
na ja und auch wenn viel wahres dran ist: glaub es gibt wenige menschen, die wirklich dieser einseitigen negativbeschreibung des christentums entsprechen - entweder sie nehmen dann all die regeln und dogmen für sich selbst nicht ernst, dann sprechen wir wohl auch nicht mehr von christen sondern von heuchlerischen konservativen oder sie nehmen sie ernst und dann halte ich so eine rigorose ablehnung auch nich für die richtige reaktion, dann wäre eher der konstante versuch der überzeugung vom gegenteil ihrer meinung angebracht.
@ dointime:
Ich persönlich habe deutlich mehr von den oben beschriebenen Christen kennen gelernt. Meine Beschreibung ist nach meiner Erfahrung das, was Nicht-Christen mit dem Wort Christ in Verbindung bringen. Und ich frage mich, woher es kommt, dass so viele Menschen Christen so negativ wahr nehmen wenn sie doch eigentlich alle so toll sind?
Menschen vom Gegenteil ihrer Meinung zu überzeugen lehne ich prinzipiell ab. Sie können gerne so sein, so lange ich mit ihnen nichts zu tun haben muss.
"Wer glaubt, wird an seinem Herzen erkannt, nicht an seinem Dogma"
Ein so schöner Satz. Und so wichtig.
In der aktuellen "dran" sind 2 nette Artikel zu dem Thema drin, die mich sehr angesprochen haben.
ich muss aber sagen, ich fühle mich nicht abgelehnt von den meisten "Christen" sondern akzeptiert...
mehr brauch ich auch nicht zu sagen als ihr alle
ausser
amen
Naja, aber irgendwo müsste es ja schon ne Basis geben...sonst macht man sich doch seinen Wunsch-Gott. Für mich war es halt immer die Bibel, wie das für "alle" Christen sein sollte, aber dennoch haben die Katholiken ne ganz andere Haltung als z.B. freie...Ihc kann nicht mehr als Insider sprechen, aber so gesehen...die Frage liegt da, wie interpretiert wird.
"..die Frage liegt da, wie interpretiert wird."
Oh ja, ich kann davon ein Lied singen auf daß es die Spatzen von den Dächern pfeiffen!
1.) bietet die Bibel immer genug Raum für Mißinterpretationen! Von "symbolischer" Deutung bis zum Buchstabengehorsam!
Ich erwarte eigentlich die Wahrheit mittendrin!
Fällt mir doch da des Pilatus Frage ein: was ist die Wahrheit!
2.) Die Frage nach einer gemeinsamen Basis ist schon immer die Crux an der Sache gewesen, man muß nur mal die Geschichtsbücher über den "Werdegang" des Christentums lesen!
Ich denke nicht daß man bei einem "Wunsch-Gott" o.ä. stehenbleiben kann! Es geht da schon um mehr...!
Fällt mir aber im Moment nix weiter dazu ein!
Sofx
@tuilin
"Und ich frage mich, woher es kommt, dass so viele Menschen Christen so negativ wahr nehmen wenn sie doch eigentlich alle so toll sind?"
Das habe ich nicht gesagt, ich finde es nur daneben, ein derart einseitiges Bild von "den Christen" zu malen. Soll ja zum Beispiel auch Menschen geben, die was gegen Homosexualität haben und trotzdem ganz nett sind. Oder die Rockmusik ablehnen und trotzdem ein Patenkind in Afrika haben. Und und und...
Menschen vom Gegenteil ihrer Meinung zu überzeugen lehne ich prinzipiell ab. Sie können gerne so sein, so lange ich mit ihnen nichts zu tun haben muss.
Ja, nur wenn das alle so halten würden, würden wir wahrscheinlich noch in Höhlen leben.
Sorry, vergessen das hier...
Menschen vom Gegenteil ihrer Meinung zu überzeugen lehne ich prinzipiell ab. Sie können gerne so sein, so lange ich mit ihnen nichts zu tun haben muss.
...als Zitat zu markieren. "". So.
@ dointime:
Das denke ich nicht. Wenn das alle so halten würden, gäbe es weniger Kriege und Manipulation, mehr Meinungsfreiheit und weniger Besserwisserei.
"Wenn das alle so halten würden, gäbe es weniger Kriege und Manipulation, mehr Meinungsfreiheit und weniger Besserwisserei."
Dem stimme ich zu! Denn das ist auch ein Ausdruck von gelebter Freiheit!
na ja mit überzeugen meine ich so mit argumenten und guten gründen, im religiösen bereich mit dem berichten von eigenen erfahrungen, bei gleichzeitiger offenheit, sich selbst auch überzeugen zu lassen, nicht "überzeugen" mit waffengewalt, und daraus entstehen keine kriege sondern diskussionskultur und die möglichkeit zur zivilen konfliktlösung. dieses überzeugen verträgt sich supa mit meinungsfreiheit und wenn es bei derartigen versuchen nicht zu überzeugungswechseln kommt, so doch auf jeden fall zu nem lerneffekt.
ich bin zum beispiel durch die auseinandersetzung mit menschen, die mich von atheistischen gedanken zu überzeugen versuchten, in meinem glauben gewachsen, es hat meinen glauben verändert und mehr der "realität" angepasst. wenn jeder auf seiner insel lebt, ist das doch gerade der beste entfaltungsraum für illusionen aller art und so zum beispiel auch fundamentalistisch-religiösen...
@ dointime:
Achso. Dann würde ich es aber nicht "von der eigenen Meinung zu überzeugen versuchen" nennen, denn das setzt voraus, dass man die eigene Meinung für die einzig wahre hält und das ist absolut keine Grundlage für Diskussionen!
Es ist auf jeden Fall bereichernd, sich mit Menschen auseinanderzusetzen, die anders sind. Wenn ich aber merke, dass eine Diskussion keinen Sinn hat, da mein Gegenüber sein Wissen von Gott persönlich erhalten hat und somit gewiss nicht von seiner Meinung abrücken wird, verschwende ich meine Zeit, Geduld und Nerven nicht für ihn.
dann sind wir uns ja einig ;-)
Habe das Posting hier etwas für meine Zwecke abgewandelt, da ich ja voll damit übereinstimme!
Habe das dann als "Rundmail" in meiner
"Verwandtschaft" kursieren lassen!
Nun bin ich quasi "geächtet"!
YEAH!
Wie heißt es doch so schön: Ist der Ruf erst ruiniert...!!
http://onkel-henni.blogspot.com/2006/08/ich-und-die-christenheit.html#comments
lies das mal
Habe das gelesen, und erlebe das immer wieder!
Wie oft bloß noch?!
Eigentlich ein Wunder, daß ich noch so etwas wie Glauben haben kann!
Vielleicht soll gerade ja das unseren Glauben stärken...!!
Trotzdem....bittere Medizin!!!
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