Infragrün

Oktober 14, 2005

Neu

Ich hab mein Bestes getan, jetzt tu ich nix mehr. Vielleicht ist das ja das Beste, vielleicht will Gott mir seinem Schweigen ja genau das erreichen. Vielleicht bin ich einfach nur vernünftig geworden, auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Wer weiß.
Ich werde jetzt einfach leben und ohne mir viele Gedanken zu machen rumsündigen. Vielleicht ist das ja wichtig für die geistliche Reife und hat mir bisher gefehlt.
Keine geistlichen Übungen mehr, keine Überwindung zum Bibellesen!
Ich lasse jetzt einfach alles fallen. Ich hoffe das Echte wird übrig bleiben.
Sowas wie ein Neubeginn, schon wieder.
Und ich freue mich, bei den heiligen Heuchlern auf Kopfschütteln zu stoßen! So einer will ich nicht sein, tut mir leid. Ich will echt sein.
Und das kann ich wohl nur, wenn alles von mir abblättert, bis nur noch das letzte, das Echte, übrig bleibt. Wo auch immer es sein mag. Was auch immer es sein mag.

16 Comments:

At 15 Oktober, 2005 01:37, Blogger Stilbruch said...

"Stop searching and find me", wie es in einem Liedtext heißt. Ich befinde ich mich an einem sehr ähnlichen Punkt in meinem Glauben. Und nur in seltenen Momenten befürchte ich, daß ich meinen Glauben verlieren könnte. Doch ich bin bereit, meinen bisherigen Glauben zu verlieren, um einen neuen zu finden. Wenn dies der Preis ist, bin ich bereit, ihn zu bezahlen.

 
At 15 Oktober, 2005 01:39, Blogger tuilin said...

jap :)

 
At 15 Oktober, 2005 12:18, Blogger tuilin said...

Nein, verängstigt bin ich nicht. Ich bin nur gerade in einer Pahse, in der ich ALLES hinterfrage. Ich will wissen, woran ich glaube, ich will wissen, was wahr ist und dazu reicht mir nicht, dass Jesus in der Bibel sagt, dass er die Wahrheit ist.
Wenn ich das alles, was in der Bible steht, nicht erlebe, bringt es mir n Scheiß!
Ich bin in einer Phase, in der ich Gott herausfordern möchte. Bisher war ich einfach bereit, zu glauben, ohne Erfahrungen zu sammeln. Aber das reicht nicht, der naive Glaube lässt sich auf Dauer nicht halten. Entweder er zeigt mir jetzt, dass er da ist und ich darf das auch echt mal erleben, oder nicht. Keine Ahnung was ich im 2. Fall tun werde.
Prediger erzählen mir alle was anderes, keine Ahnung was ich davon glauben darf.
Ich werd jetzt gar nix mehr für mein geistliches Leben tun. Wenn ich Gott alles erzähle, ist es so, als red ich gegen ne Wand.
Keine Lust mehr, keinen Nerv mehr.

Ich bin gespannt, was auf mich zukommt. Du kannst gern dafür beten, dass was passiert. Irgendwas. Danke.

 
At 15 Oktober, 2005 22:45, Blogger tuilin said...

Klar gibts welche. Ich bin nicht eifersüchtig, ich verstehe es einfach nur nicht.
Also ich sehe diese Phase, die ich gerade durchlebe eher als einen Prozess als eine Kriese. Nicht zwingend negativ.
Ich will nicht akzeptieren, dass Gott sich manchen offenbart und anderen eben nicht.

Letztendlich scheint aber doch alles reine Glaubenssache zu bleiben, damit werde ich mich wohl abfinden müssen...

 
At 16 Oktober, 2005 00:34, Blogger Stilbruch said...

Ich stelle mehr und mehr fest, daß mir Gott kaum noch in den klassischen, geistlichen Übungen begegnet, wie man so schön sagt. Ich habe die ganzen christlichen Veranstaltungen satt, die "mich in die Anbetung" oder sonst irgendwo hin führen sollen. Vielleicht begegnet uns Gott auch dann, wenn wir mitten unter den verlorenen Schafen leben. Dort fühle ich mich momentan am wohlsten...und ganz eng mit Gott verbunden.

 
At 16 Oktober, 2005 09:19, Blogger Stilbruch said...

oh ja, das kenn' ich gut - das gefühl, manipuliert zu werden - hart an der Grenze zum geistlichen Mißbrauch. Ich wünsche mir so sehr völlig neue Formen, Gott zu begegnen - jenseits von merkwürdigen Lobpreistexten und langweiligen Gebetsrunden. Lasst uns gemeinsam danach suchen...

 
At 16 Oktober, 2005 10:02, Blogger tuilin said...

@taketh:
he du schreibst ja genau was ich denk! :)
Genau das find ich so schrecklich, diese Emotionstuerei.
Die Menschen sind ja auf der großen Emotionssuche. "Wo bekomme ich die intensivsten besten Gefühle her?" scheint heute eine der wichtigsten Fragen zu sein. Die meisten meinen, sie in einer Beziehung zu finden. Andere in Drogen. Andere in Musik. Und einige auch im Gottesdienst.
Und weil ich gewissermaßen auch davon betroffen war/bin, suche ich den Entzug. Gott kann doch wohl auch anders als Emo?

 
At 16 Oktober, 2005 10:06, Blogger tuilin said...

@ Taketh:
Zu deiner Frage: Mir gehts darum, das Echte zu finden. Und Gott soll mir seine Präsens in meinem Leben zeigen. Ich weiß allerdings nicht, was ich von ihm da genau erwarte. Ob er sich mir in großen Werken zeigen soll oder mir einfach nur eine gewissere "innere Ruhe", eine Sicherheit geben soll.
Vielleicht wäre das besser. Vielleicht auch nicht.
Keine Ahnung mal wieder.
Ich denke jeder muss tatsächlich seinen eigenen Weg im Glauben finden. Predigten können weiterhelfen, aber nie den individuellen Weg weisen.
Deshalb versuche ich, ohne alles, allein durch Gespräche und Nachdenken meinen Weg zu finden.
Und dieses Blog trägt z.B. auch dazu bei. :)

 
At 16 Oktober, 2005 23:08, Blogger Stilbruch said...

Das kommt mir sehr bekannt vor. Letztendlich sollte ein Gottesdienst den Raum bieten, daß jeder einzelne in einer individuellen Form Gott begegnen kann. Doch wie lässt sich das in einem "normalen" Gottesdienst umsetzen?

 
At 17 Oktober, 2005 00:28, Blogger tuilin said...

Vielleicht ist die Standart-Form, Gottesdienst zu feiern, deshalb so gewählt, weil sie auf die meisten Menschen passt, bzw. weil sich die meisten mir ihr zufrieden geben.
Und wahrscheinlich wird sie nicht verändert, weil die Menschen Angst haben vor Neuem und auch vor Christen, die das Neue gleich als teuflisch abstempeln.
Lasst uns doch bitte damit beginnen, Gottesbegegnungen für Menschen wie uns zu ermöglichen, denen "Organisatorisches-Lobpreis-Predigt-Lobpreis-Segen" nix mehr gibt.

 
At 17 Oktober, 2005 11:14, Blogger tuilin said...

Also wie eine Selbsthilfegruppe war das nicht gemeint. Natürlich kann und sollte man Gott auch außerhalb des Gottesdiesnstes begegnen. Aber wozu sollen Gottesdienste denn sonst da sein, als dazu, Gott zu begegnen???
Und ich denke schon dass Menschen Gottesbegegnungen im Gottesdienst suchen und dass es Gottesdienste gibt, bei denen sie das gar nicht haben und andere Gottesdienste, bei denen es schon eher ermöglicht wird.
Ich wünsche mir deshalb Formen des Gottestdienstes, die vollkommen von der Norm abweichen für Leute, die es anders brauchen. Leute wie mich.

 
At 17 Oktober, 2005 16:05, Blogger tuilin said...

Kann man auch nicht, oder zumindest kann ich das nicht!
Ich denke Gott redet zu jedem individuell, man muss eben rausfinden wie. Allerdings kann man sich NIE sicher sein, zumindest behaupte ich das.
Manche lesen Bibel und sind total erbaut danach. Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die Bibel ist für mich relativ tot und nicht lebendig, wie es immer alle sagen. Und wenn sie mal lebendig ist und was zu mir sagt ist es was negatives. Dehalb lese ich sie auch nicht mehr!
Stattdessen fühle ich mich total erbaut, wenn ich ein Weilchen in der Natur war, bei Pflanzen und Tieren und Stille.
Ob Gott mit mir redet und wie weiß ich nicht. Was ich weiß ist, dass ich eine sehr sehr leise Stimme in mir habe, die mir sagt, was richtig ist. Und bisher war sie auch immer sehr zuverlässig, leider höre ich sie aber zu selten, weil es zu laut in mir ist. Im Nachhinein fällt mir aber oft auf, dass sie da war. *Hmpf*
Ob diese leise Stimme, bzw. dieses leise gefühl allerdings Gott oder der hl. Geist ist oder Intuition oder mein Bauch oder wasweißich kann ich nicht sagen. Das ist reine Interpretations- bzw. Glaubenssache.
Aber ich lerne gerade, mit dieser Unsicherheit zu leben. Letztendlich bleibt mir nichts anderes übrig!

 
At 17 Oktober, 2005 22:05, Blogger tuilin said...

Diese Stimme in mir kann alles Mögliche sein. Ich weiß einfach nicht mit Sicherheit, was es ist.
Und ich gebe mich jetzt mit diesem nicht-Wissen zufrieden.

Du sagtest:"Deswegen ist es enorm viel wert, wenn man als Christ gleich die richtigen Leute um einen hat, die einem eine gesunde Lehre bieten können, damit man nicht so verkorkst wird..."

Das Problem ist, dass eine gesunde Lehre meiner Meinung nach nicht definierbar ist. Gesunde Lehre ist höchstens das, was dir selbst gut tut, was dich auf deinem persönlichen Weg mit Gott voranbringt.
Menschen können nur helfen, der Hauptteil liegt bei mir selbst. Denn niemand weiß, welcher individuelle Weg vor mir liegt. Leider.
Wie man es raus bekommt, ist auch wieder individuell. Es gibt viele Wege, doch den richtigen findet man nur selbst.
Der ganze Glaube ist eine rein individuelle Sache.
Und genau weil mir alle Prediger was anderes lehren, kann ich nur noch auf mich vertrauen. Ich mache mir meine eigenen Gedanken, rede mit Freunden, blogge - und hoffe, dass Gott durch persönliche Gespräche zu mir redet, indem ich neue Sichtweisen und Gedanken aufgezeigt bekomme. Ich leiste ab jetzt nichts mehr für meinen Glauben.
Ich setze mich damit auseinander, aber ich ziehe mir nicht mehr widerwillig die Bibel oder Predigten rein.
Mein Weg, Gott kennen zu lernen, ist, Menschen kennen zu lernen und deren Gedanken über die Welt und Gott.
Daraus kann ich mehr ziehen als aus Predigten von superweisen, supergesalbten Star-Christen, denn sie sind sehr viel lebensnaher und individueller.
Ob dieser Weg ewig so bleiben wird weiß ich nicht, ist mit auch egal. Ich lasse einfach alles auf mich zukommen und vertraue, bzw. erwarte von Gott, dass er mein Leben schon in die richtige Richtung lenkt. Dabei liege ich ihm nicht ständig mit dem Satz "was ist dein einzig wahrer Weg für mein Leben?" im Ohr, sondern habe eine dauerhafte, fragende Herzenshaltung, die Handlung aber nicht ausschließt. Ich versuche, auf diese Stimme in mir zu hören und denke vor allem auch darüber nach, was mir gut tut.
Ich persönlich bin kein Vertreter der Leidenstheologie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Gott, der wie ein liebender Vater ist, seine Kinder gerne leiden sieht.
Außerdem steht in der Bibel oftmals, dass wir uns freuen und nicht sorgen sollen! Ich bastle mir so zwar meine eigene Theologie zurecht, wenn ich mir einzelne Bibelstellen rauspicke, aber im Prinzip macht das eh jeder. Und wenn es Gott nicht passt, soll er sich gefälligst melden. Und ich glaube daran, dass er das auch tun wird! So lebt es sich ganz schön entspannt als Christ muss ich sagen! Und es tut mir sehr gut!

 
At 20 Oktober, 2005 22:42, Anonymous Anonym said...

Amen.
Go your way.

Mir hat es so gut getan...

 
At 20 Oktober, 2005 22:43, Blogger tuilin said...

Ich behaupte, dass niemand in der Lage ist, die Bibel voll und ganz korrekt auszulegen. Das ist das Problem. Leider.
Und jeder behauptet, dass seine Theologie sich auf die Bibel gründet und er den alleinigen Wahrheitsanspruch für sich gepachtet hat. Wenn die Christen nicht so egozentrisch wären und die Bibel nicht ständig für sich missbrauchen würden, würde es sicher leichter fallen, die Bibel als Gottes Wort anzunehmen und an sie zu glauben.

 
At 21 Oktober, 2005 15:22, Blogger tuilin said...

Gibt es "DIE Wahrheit"?

 

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