WARUM?
Gestern gabs eine nette Predigt zum Thema "Wie gehe ich mit meinen Warum-Fragen um". Der Prediger hat berichtet, dass in Gesprächen mit Nicht-Christen die Falschen Fragen gestellt werden, nämlich "Warum"-Fragen. Stattdessen sei es viel sinnvoller, "Wie"- oder "Wer"- oder "Wann"-Fragen zu stellen, da sich diese nicht mehr auf mich fixiert sind.Zuvor hatte jeder Anwesende einen eigenen Psalm geschrieben.
Meiner (wenn man das überhaupt "Psalm" nennen kann) bestand NUR aus Warum-Fragen.
Nun könnte man das ja wieder geistlich auslegen und sagen, Gott wollte mir sagen, dass ich die falschen Fragen stelle und deshalb nicht weiter komme.
Mein Problem mit der Predigt (nichts gegen den Prediger) :
Ich kann bzw. will nicht einfach aufhören, nach dem Warum zu fragen. Das würde voraussetzen, dass ich
1.) davon überzeugt bin, dass es Gott gibt,
2.) davon überzeugt bin, dass er gut ist und
3.) ihm voll vertraue.
Nun, ich stelle an dieser Stelle fest: Ich habe keinerlei Glaubensgrundlage. *g*
Ich denke niemandem ist damit geholfen, wenn man die Warum-Fragen einfach zensiert. Immerhin sind sie da und wollen gehört werden.
Aber ich hab nicht nur zu meckern...
Ich konnte auch was positives mitnehmen. Nämlich, dass es nicht zwangsläufig negativ ist, wenn man sich entspannt und nicht einen auf Krampfchrist macht.
Ich bin ja eh dafür, das Krampfchristentum und erst recht die Leidenstheologie völlig abzuschaffen, aber gut... ;)
Und eine Sache versteh ich bis heute nicht:
WARUM findet Gott, der doch unser liebevoller Vater ist, es toll, wenn seine Kinder vor ihm auf den Knien rutschen und um Gnade flehen? Ich finde das irgendwie pervers.
Viele, die diesen Blog lesen, denken sich jetzt sicherlich:
"Immer diese dummen Fragen! Kind, lies mal die Bibel, dann weißte Bescheid."
Aber leider funktioniert das bei mir nicht. :(
Ich bitte hiermit inständig um Antworten von Menschen und nicht um Bibelzitate!

20 Comments:
hmm, wäre vielleicht erst mal zu klären, wer [;-)] sagt, dass gott es toll findet?
hm... ich wär auch gern bei der Predigt gewesen. Habe die letzte Zeit viel gebetet, aber kaum darauf gewartet von Gott antworten zu bekommen. Warum...ich glaub auch nicht, das man das "Warum" abstellen sollte. Und ich denke, das Gott es schon toll findet, wenn man mit ihm redet, ihn bittet und anfleht. In so Fragen kann man sich oft verlieren... merke ich ja selbst grad. hm...also ich renn in so Zeiten immer zu Papi in die Arme und stelle ihm die Fragenn, die mir auf dem Herzen liegen. Ob das nun warum, weshalb oder wie wo wer was ist, ist egal. Ich will von ihm in den Arm genommen werden und merken, das er da ist, und das es ihn gibt. Das gibt mir halt im Leben. Der einzige oft. So wie jetzt. Ich kann nicht anders, weil wo sollt ich hin...
"Und eine Sache versteh ich bis heute nicht:
WARUM findet Gott, der doch unser liebevoller Vater ist, es toll, wenn seine Kinder vor ihm auf den Knien rutschen und um Gnade flehen? Ich finde das irgendwie pervers."
Hm. Ich habe da ein etwas anderes Bild. Ich glaube nicht, das er sich toll findet, weil es uns schlecht geht und wir zu ihm kommen. Sondern, weil er uns Liebe geben kann. Das baut Beziehung auf. Hm... ich weiß nicht ob ich das jetzt hier so sagen soll, aber wenn es einem Menschen schelcht geht, den ich liebe, ist mir nichts lieber, als das diese Person zu mir kommt und getröstet werden will und ich ihr den Trost geben kann. Ich liebe es selbst, von dem zu geben, was ich selbst nur geschenkt bekomme. Ich habe nichts von mir aus. Sondern ich weiß, ohne Gott würde ich niemals lieben können. Und für mich ist es das größte Geschenk, das er uns gegeben hat. Trost, in Arm nehmen, Zweisamkeit. Ich würde am liebsten alles dafür geben. Wenn ich jemand ne Freude machen kann, und ist sie noch so klein, gibt mir das soviel. Ich glaube, das es Gott ähnlich geht. Ich weiß ich bin kein Held, und ich habe nicht viel zu geben. Aber das was ich habe, möchte ich aus Herzen geben.Selbst dann, wenn es mir nicht so gut geht.
@ march:
Da haste allerdings recht. :)
Ich finde von sehr vielen Christen wird diese "Ich bin nichts, Gott ist alles"-Mentalität gepredigt und das macht mich nur noch aggressiv! Immerhin will nicht "nichts" sein. Ich hab ne Persönlichkeit, Gefühle und Wünsche. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das gesund ist, sich selbst ständig so negativ und sündig wahrzunehmen.
Und eigentlich kann ich mir auch nicht vorstellen, dass ein vollkommener Vater so etwas von seinem Kind verlangt.
Mir erscheint die Bibel dazu nur im Widerspruch. Es gibt genug Stellen, wo Paulus genau das klar macht, nämlich dass wir nichts sind. "Sei gefälligst demütig!"
Ach ich weiß auch nicht, möglicherweise versteh ich auch einfach ALLES falsch.
@ maze:
"Ich habe nichts von mir aus. Sondern ich weiß, ohne Gott würde ich niemals lieben können."
Das kann ich von mir eben nicht sagen. Ich denke ich kann schon von mir aus lieben, auch ohne Gott. Zumindest in Freundschaften. Bzw. das hängt auch vom anderen ab. Naja.
Ich fühle mich auch nie von Gott getröstet oder so, keine Ahnung wie sich das anfühlen soll.
Hmpf. Alles, was mir immer wieder einfällt, wenn andere berichten, wie toll Gott ihnen begegnet, ist:
"WARUM (*g*) begegnest du mir nicht auch mal so, Gott?"
Krasse Sache.
@ maze
Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich glaube fest, dass du den Nagel auf den Kopf triffst! Vielen Dank für die ehrlichen Worte.
@ tuilin
Ich würde dir gern so viel sagen und versuchen zu erklären. Ich finde mich zu 100% in deinen Worten und Fragen wieder und finds total krass. Es bewegt mein Herz. Ich wünsch dir von Herzen, dass du Seine Nähe erfährst.
Gott ist größer als Menschen sind und Menschen ihn machen (können). Und dafür bin ich sehr dankbar. Und auch für die Menschen, durch die er scheint, weil sie selbst Barmherzigkeit statt Gesetz erfahren haben. Vor diesen lohnt es seine eigene Schwäche eingestehen und zu zeigen.
Ich stand lange mit Paulus auf Kriegsfuss. Es ist wie mit vielem in der Bibel: nicht was dasteht ist das Problem, sondern wie es verstanden wird. Und das hängt sehr stark von unserem Gottesbild ab. Das ist kein Vorwurf an dich, sondern meine Erfahrung mit mir selbst.
@ denkpause:
Ja, ich denk auch, dass das Verstehen das Problem ist. Es stehen Dinge in der Bibel, zu denen ich ganz klar "ja" sagen kann. Aber eben nicht zu allem. Ich weiß eben nicht, ob ich nur alles falsch auffasse oder ob es wirklich so gemeint ist. Ich mein es spielen ja viele Faktoren ne Rolle; die Persönlichkeit des Schreibers, die Wahl der Worte bei der Übersetzung, die Persönlichkeit des Übersetzers, das Gottesbild des Übersetzers, das Gottesbild des Lesers, der Zusammenhang, usw.
Ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich schwanke im Moment zwischen Gelassenheit und Wut über meine eigene Unsicherheit und Unwissenheit...
Sorry. war nicht meine Absicht dich aggressiv zu machen. Ich hoff ich hab's nicht. Wollt dir nur n kleinen Einblick geben, weil ich das mal echt nachvollziehen kann. Ich hätte momentan überhaupt keien Kraft mehr, auch nur ne Freundschaft am Leben zu erhalten. Ich fühl mich momentan ziemlich leer. Ich kann nicht anders, als Gott zu vertrauen. Bin absolut ausgepowered.
Hm... ich könnte dir jetzt mal erzählen, wie ich Bibel lese. Ich lese Bibel mit einer Erwartung. Ich erwarte, das Gott mir etwas zeigt, etwas, was auf mich zutrifft. Ich erwarte, das Gott mir eine Wegweisung gibt. Oft werden diese Erwartungen bei mir erfüllt. Oft viel später, als ich mir das vorstelle. Eine Predigt z. B. wirkt oft viel später. Ich höre und denke, ok, was hat mir das nun gebracht? Und irgendwann kommt die Situation, wo ich mich an einen Satz aus genau der Predigt erinner, und ich denke hey, warum hab ich das vorher nciht gesehn. Genauso geht mir das mit Bibel lesen. Zur Zeit lese ich im alten Testament. Hm...Sacharja. Viel über Zukunft und alles, was mich eigentlich nicht so direkt betrifft. Oder es ist schon passiert und auch wieder nicht so interessant für mich. Aber dann kommen so Gedanken wie: hey, man alter, der Vater sorgt für mich. Er hat einen Plan für mich. Er hat was mit mir vor. Heute morgen habe ich Maleachi gelesen. Da stand: gib Gott die Ehre.Und da musste ich nachdenken: Liebe ist ein nehmen und ein Geben. Immer. Ich nehme momentan sehr viel, weil es mir einfach nicht guit geht. Ich bruache Liebe und geborgenheit. was kann ich Gott geben? Wo trete ich seine Liebe mit Füßen? Wo missachte ich ihn?
Vielleicht scheint dir das alles sehr fromm was ich schreibe. Ich muss dir was verraten: Ich glaube ich bin alles andere als Fromm. Aber ich stehe an einem Punkt, wo ich ohne Gott nicht weiter kann.
Bzw. ich kann, aber ich weiß genau, das ich am Ende drauf geh.
tuilin: Ich glaube nicht, daß Gott gefallen daran hat, daß wir auf Knien vor ihm angekrochen kommen. Darum geht es nicht. Vielmehr will er doch unsre Schuld wegnehmen. Das sehe ich wie ein Paket an, daß er uns hinhält und wir nur nehmen müssen. In dem Paket is n Blankoscheck, der all unsre Schuld bezahlt. Also so (einfach) sehe ich das.
Gott findet es toll, wenn wir umkehren und dadurch ein Stück freier werden (<- das hängt für mich in dem Punkt unmittelbar zusammen).
Du sollst also nicht in den Staub und Scheiße fressen, sondern es soll dir besser gehen, nicht schlechter. Ich glaube, daß das Gottes Wille ist.
sofx
Noch etwas zu wertvoll:
Ich glaube fest, das ich in Gottes Augen mehr wert bin, als ich mir das vorstellen kann.
Ich wurde zu häufig mit Füßen getreten. Zu häufig "misshandelt" um nicht zu wissen, was es heißt, wie dreck behandelt zu werden und sich selbst scheiße vor zu kommen. Um nicht zu wissen, was es heißt ein Selbstvertrauen unter 0 zu haben und zu Fragen: hey Gott, und du liebst mich? Ich liebe mich ja nicht mal selber.
Da hat mir Gott Freunde in den Weg gestellt, die mir gezeigt haben, das ich geliebt bin, obwohl ich mir das nicht vorstellen konnte.
Ich hatte sonst nie Freunde, die die die Bezeichnung Freund überhaupt verdient hätten. Ich habe ewig darum gebetet, gefleht, gesucht. Deshalb weiß ich wie wertvoll Fruende sind. Wahre Freunde. Die zu einem halten; wie wichtig Treue ist.
Gestern Abend hab ich mit meinem besten Freund telefoniert. Er hat mir eine neue Sichtweise geben können.
Ich weiß, ich kenn dich nur vom sehen. Trotzdem möchte ich dir gerne was geben. Vielleicht nur einen kleinen Blick über den Tellerrand. Das ist der Grund, warum ich dir schreibe. Ich hoffe, es bringt dich ein wenig weiter.
@hosnoopy jo. ohne weitere Worte. So denke ich auch. Wir müssen nur annehmen. Und das ist oft sehr, sehr schwer.
@maze:
du hast mich nicht agressiv gemacht, das war nicht auf dich bezogen.
Es ist schön, dass du dich mit Gott so wohl fühlst und er dir so viel gibt.
Bei mir lässt er eben noch auf sich warten...
Und ich warte...
hm.... naja... nicht warten :-) hinlaufen :-)
hm...puh... ich könnte jetzt ein wenig meine Beziehung zu Gott noch ein bisschen beschreiben. Wohl fühlen... Ich denke mir momentan ist er wirklich mein einziger halt, um nicht unter zu gehn. Anker, Seil, *klammer*
für mich gibt's einfach keine Alternative. Flucht nach vorn. Ich habe einfach zuviel erlebt (positiv wie negativ) um mich an andere Sachen zu klammern. Und ich habe echt Respekt.
Ich renne nicht mehr zu Gott. Hab genug getan. Jetzt ist er dran.
Hey Claudi.
Wollte dir ja nen Kommentar schreiben. =o) und über die warum frage hatt ich auch was geschrieben... aber lange nicht so tiefsinning. =o)
Naja... bin ja noch so nen Donnerhausmitglied... und da meint der Prediger ja auch als Alles ist so sinnlos... etc. und stellt ständig die frage nach warum warum warum... das ganze Buch ist voll mit Warumfragen.
Naja zu Predigten. Ich finde wenn man Predigten hört dann soll man biblisch handeln und nicht einfach glauben was der da vorne schafelt...
Weil...der Prof in Krypto... das erzähl ich gleich.
also... wenn ich zB die Briefe vom Paulus lese und so... dann warnt der ständig von falschen Lehrern und meint man soll auf jeden Fall immer prüfen ob das was gesagt ist mit dem übereinstimmt was man von Gott weiß. Und selbst wenn Leute sagen mir hat Gott gesagt daß bla bla bla... dann muß man das nicht glauben...
(Gibt da so ne Geschichte von nem Mädchen das nen Praktikum auf nem theologischem seminar gemacht hat und dann kam ein netter junge Teologe und sagte: "Gott hat mir gesagt daß du meine Frau werden sollst" naja... sie hat das nicht geglaubt... besonders weil es schon der dritte in dieser woche war der ihr das sagte.)
Also wenn da etwas ist was dem wiederspricht was du mit Sicherheit von Gott weißt dann muß man das überprüfen... weil entweder hat man selbst Unrecht oder der da vorne schafelt Unsinn... oder es stimmt beides irgednwie und irgendwie auch nicht und man kann kann da nicht entscheiden was stimmt.
Ich seh das nicht so als ob der da vorne die Weisheit mit Löffeln gegessen hat. Ich stell den gar nicht auf das Podest auf dem der steht... Aber auf der anderen Seite weiß ich wohl das manchmal Gott duch eine Predigt zu mir redet... und das ist toll.
Jetzt zu dem Krytographie Prof... der hat in der letzten Vorlesung dann den Schüssel von so nem Algorithmus aufgeschrieben also so ne Formel und dann gefragt ob es noch Fragen dazu gibt. Tja... stille im Publikum. Alle nicken. und dann ist der Prof nen bissl wütend geworden und hat gefragt: Warum glaubt ihr denn alles was ich euch erzähle? Blos weil ich hier vorne stehe heißt das doch noch lange nicht daß das richtig ist was ich sage, ihr sollt gefälligst selber denken und wissenschaftlich nur glauben was euch selbst sinn macht.
Habt ihr noch fragen zu dieser Formel? Naja so in etwa. Und naja dann waren wir verwirrt... haben dann nen fehler in der formel gesucht... dachten das kann blos die minus eins sein die falsch ist...
abere dann war die Formel doch richtig. =o)
Also ich glaub halt, daß ich nicht in der Gemeinde unehrlicher zuhören sollte wie einer Vorlesung und da müß ich schon drauf achten ob und was da stimmt und was falsch ist.
grins... jetzt hab ich was gepostet.
Hallo tuilin,
lass die Wut ruhig zu - aber richte sie nicht gegen dich selbst. Dann trau dich lieber und sei auf Gott wütend.
Ich kenne die Resignation. Die muss manchmal auch sein. Bis man die Verzweiflung und Wut stärker spürt und zulassen kann. Wenn sie da ist, dann konfrontiere Gott damit. Brüll ihn an, schlag um dich und lass dein Bild von ihm raus. Sag ihm was du von ihm hälst, wie du ihn einschätzt und was dich verletzt (hat). Lass es zu, dein inneres Bild und die Vorstellung von ihm vor ihm in Worte zu fassen und zu artikulieren.
Daniel
ich finde, dass hier eine reihe von missverständnissen vorliegen. wie Du schon sagst - keine ahnung, ob das schon bei den 'sendern' anfing, bei Dir als 'empfängerin' passierte oder dazwischen.
wer kompetentes sollte noch mal in ruhe mit Dir drüber reden. ich bete weiter für Dich.
p.s.:
gott findet es definitiv nicht toll wenn wir uns als 'nichts' sehen. schließlich hat er uns wenig niedriger als sich selbst gemacht und uns mit ehre und herrlichkeit gekrönt. :-)
wenns um paulus geht, bräuchte ich schon konkrete bibelstellen ;-)
@daniel alias denkpause jo. würd ich auch so sehn
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