Infragrün

Februar 08, 2006

Blöd.

Gott ist so ungreifbar für mich, weil nicht zum anfassen.

11 Comments:

At 09 Februar, 2006 09:53, Blogger Ivenhoe said...

Bewölkt.. von H.J. Eckstein

Es käme keiner auf den Gedanken
an der Existenz der Sonne zu zweifeln,
nur weil sie sich gerade hinter Wolken verbirt.
Wieso zweifelt unser Glaube gleich an der Existenz Gottes,
sobald er nichts mehr sieht und fühlt?
Ich möchte lernen, mich an der Sonne zu freuen, auch wenn sie nicht zu sehen ist.



Ich persönlich merke immer wieder, daß Gott für mich ganz anfassbar real wird, real wird in Menschen die er mir zur Seite stellt und die mich in den Arm nehmen, real wird aber auch im Abendmahl wo Brot und Wein so real angreifbar und schmeckbar, sinnlich erfahrbar seine Anwesenheit ausdrücken. Natürlich zweifle ich ab und an und natürlich fühle ich mich dann nicht so doll.... aber gerade da greift der Gedanke von oben.
Vielleicht hattens die ersten Jünger die mit Jesus unterwegs waren einfacher... sie hatten Jesus zum anfassen. Andererseits, würde ein Gott zum physischen anfassen nicht Zweifel mehren statt zu mindern? Ich weiss es nicht.

 
At 09 Februar, 2006 19:54, Anonymous Anonym said...

Die Sonne ist aber beweisbar. Es gibt Aufnahmen davon und jeder kann spüren, selbst, wenn er sie nicht ganz sieht, dass sie scheint. Die Pflanzen zeigen es uns an, die Tiere verhalten sich anders, die einen werden müse wie wir, die anderen werden aktiv.

Genau wie es Menschen gibt, die einem zur Seite stehen, gibt es welche, die einem in den Arsch treten und zutiefst verletzen.
Das Abendmahl...ich schmecke Traubensaft von "Rio d´oro" Aldi und Goldentoast.

Ihc war jetzt 5 Jahre dabei und hab mir das auch tagtäglich vorgesagt, dass Gott da ist, selbst, wenn wir ihn nicht sehen. Wenn ich aber in etlichen Situationen das Gefühl habe, am Ende doch allein dazustehen, obwohl ich flehe, Gott zu spüren, geht für mich die Rechnung der Bibel nicht auf.

Finde ganz interessant, so zurückzublicken und ich kann sagen, dass ich jetzt zwar total bewusst die volle Verantwortung trage und manchmal schon denke "ach, früher hättste gebetet", mich dabei aber doch gut fühle. Ihc muss nämlich nicht mehr über jeden Schritt meines Lebens ewig nachdenken, darüber philosophieren, mir überlegen, was Gott dazu sagt oder ob der Teufel mich da gecasht hat.
Ich lebe einfach. Mit Höhen und mit Tiefen. Ihc muss nichts mehr "abgeben", sondern übernehm den Job selbst.
Ihc finde hier wahrscheinlich keinen Anklang, vielleicht versteht Claudia was von meinem Gefasel.
@claudia: Ihc bins, du weißt sicher Bescheid.

 
At 10 Februar, 2006 00:24, Blogger Josia said...

ja, das ist das große Problem, dass er nicht zum anfassen ist. Aber wenn man das irgendwie hinter sich hat und ihm trotzdem glauben kann, dann hat man einen riesen Brocken von der Seele.

 
At 10 Februar, 2006 00:37, Blogger Josia said...

sry für doppelpost:
ich glaube garnicht, dass man sich in diesen Glauben reinpressen muss. Ich glaube man muss Gott suchen, aber aufgepasst: ich meine nicht suchen in der Form, dass man ein Bild von Gott hat, so wie die anderen ihn beschreiben oder so ... sondern ich meine eine Suche, bei der man einfach nach irgendetwas sucht, ohne sich vorher schon ziemlich sicher zu sein wie es aussehen wird. Dann wird man Gott wirklich finden - er wird sich einem aufdrängen, noch bevor man überhaupt richtig anfangen konnte zu suchen, davon bin ich überzeugt, und ich weiß - das hört sich abgenutzt an, aber man kann ihn dann spüren. All dieses Gefasel vonwegen "Mann soll Gott nicht nur lieben wenn man ihn fühlen kann" ist völliger Schwachsinn sage ich. Wer Gott finden will, der muss ihn suchen ohne ihm vorzuschreiben wie er auszusehen hat. Man kann Gott sehen, man kann ihn fühlen und alles, aber nur wenn man nicht vorher bestimmt, wie er sich anfühlen muss, sondern wenn man es ihm überlässt es einem zu zeigen. Wenn wir eine fest Vorstellung von einem Gott haben den man uns eingeredet hat, dann werden wir diesen nie finden, weil wir nach jemandem suchen, den es garnicht gibt.
Ich verstehe sehr gut warum sich viele Leute vom christlichen Standartglauben abwenden, genau wie ich es auch tue, aber ich habe Angst davor, dass eine Menge dieser Leute Gott aus Orientierungslosigkeit einfach ganz verliert. Davor habe ich wirklich Angst.

 
At 10 Februar, 2006 13:59, Blogger tuilin said...

Josia:
Ich finde das war ein sehr sehr weises Statement, das du da als letztes losgelassen hast. Vielen Dank. :)

 
At 10 Februar, 2006 16:02, Blogger Josia said...

bitte ;)

 
At 11 Februar, 2006 15:40, Blogger raphael said...

ja gott ist nicht greifbar, das stimmt wohl aber ich bin berührbar für ihn und das tut Er immer wieder,mich berühren.
josia es ist wirklich weise was du da geschrieben hast und ich stimme dir da auch größtenteils zu.
muss nur sagen, dass unser glaube nicht von den berührungserlebnissen abhängig sein darf. denn es gibt immer wieder zeiten, wo diese berührung ausbleibt warum auch immer.
und da sollten wir vertrauensvoll weitergehen können, mit dem wissen, dass Gott real ist auch wenn ich Ihn nicht sehen oder berühren kann.
die erfahrungen, die ich machen durfte mit Jesus sind für mich wichtig aber darauf baue ich nicht mein leben sondern auf Seine liebe und Seine gnade.
ok soviel von mir
reno

 
At 11 Februar, 2006 18:31, Blogger tuilin said...

@ raphael:
Bist du dir sicher, dass du deinen Glauben nicht auf Erlebnisse baust?
Immerhin hast du Gott erlebt, da kannst du sowas ja leicht sagen. ;)
Bist du dir sicher, dass du das so sagen könntest, selbst wenn du ihn nie in dem Maß erlebt hättest?

 
At 11 Februar, 2006 19:47, Anonymous Anonym said...

Ich finde, man macht da immer so schöne Worte drum, man fühlt sich getoucht von Gott, hat Emotionen, es kribbelt beim Worship und all das…aber da sist meist eben nur in solchen besonderen Situationen so. Ich saß noch nie alleine da und hab mir gesagt „Geil, wie du mich grade umarmst, Jesus, jetze weiß ich, dass du bei mir bist“. Und irgendwo kann man den Glauben doch nur darauf aufbauen, dass man spürt, dass Gott da ist. Immer und nicht nur in dem Moment, wo was Emotionales gesungen wird oder man grade mit nem blauen Auge vor ner heiklen Sache davongekommen ist. Irgendwo passieren mir zu viele Dinge, die gut laufen und man dann wieder gedacht hat, dass da 100 pro Gott hintergesteckt hat und es wieder Dinge gibt, die eben total schief gehen und von denen ne Menge abhängt und man dann eben entweder überlegt, dass das wohl nix wurde, weil Gottes Wille da nicht dabei war oder weil der Teufel seine Pfoten im Spiel hatte. Man kann sich soviel schönreden und dann eben entweder nur den Fokus auf die guten Dinge richten oder skeptisch werden, wenn man das Missglückte, Zermürbende, Kaputtmachende, Verletzende usw. mit beachtet. Das hält sich irgendwie die Waage oder? Die Aussage, dass Gott da ist und der Hirte, der für uns sorgt, wenn wir irgendwie die Umleitung nehmen wollen, gilt doch immer. Warum lässt er uns sooft hängen, wenn wir ihn darum bitten, für uns dazusein? Wenn wir bereit waren, Opfer zu bringen um andere Dinge zu empfangen? Hat die Zusage „Ich bin da, klopft an, dann helf ich euch“ dann Pause? Solange, bis wir das Gefühl haben, es nützt nichts? Ich hab kein Automatendenken, dass Gott auf Münz(Gebet)einwurf reagiert und springt, wie ich will, aber wenn Gebetserhörung ausbleibt, warum schaut er zu, bis man kirre wird und zweifelt bis die Beziehung nen Oberknacks hat?

 
At 11 Februar, 2006 22:28, Blogger Ivenhoe said...

Hey Claudi, hab Dich was gepostet auf meinem Blog.....

 
At 11 Februar, 2006 23:24, Blogger raphael said...

ja ich baue meinen glauben nicht nur auf dieses berührt sein von Gott.
denn sonst würde ich auf solchen durststrecken (wie im moment)zweifeln, daran, dass Gott da ist oder in frage stellen, dass Er jemals da war.
die erfahrungen, die ich machen durfte sind schön aber das wissen, dass es Gott gibt, war schon länger da, viel viel länger.
@ sandra
also die erlebnisse mit Gott odeer dem Heiligen Geist oder Jesus, die ich hatte, waren keine gemeinschaftserlebnissse oder massensuggestionen.
es war konkretes trösten und in den arm nehmen als ich ganz alleine war und meinen Vater gebraucht habe.
und es ist nicht zu erklären, was da geschehen ist in diesen momenten, ausser damit, dass Gott Sein versprechen an mich hält: ich brauche keine angst zu haben, denn Er ist für mich da.
was die anderen fragen angeht, liebe sandra, so frage ich nur noch sehr wenig warum.
darauf krieg ich keine antwort und es bringt mich nicht weiter.
ich frage lieber, wenn so nicht Herr wie dann.
es gibt so viel was mir verborgen ist, und es würde mich nur belasten, wenn ich weiter darüber nachdenken würde, warum Gott anders handelt als ich mir das wünsche.
ok soviel für jetzt
reno

 

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